Frische Batterien bringen einen echt weiter. Nachdem ich gestern abend noch recht erfolglos mit meinem GPS durch die Gegend gestiefelt bin, habe ich heute vier Treffer in eine halben Stunde gemacht. Und das mal wieder vorm Frühstück
Unser erster Stopp des Tages ist das Kapitol von Californien, wo wir das Büro des amtierenden Gouverneurs mal von außen sehen können. Domi kennt keine Scheu und klopft einfach mal an. Entsprechend überrascht ist er auch, als die Tür tatsächlich geöffnet wird. Hereingebeten wird er dann aber doch noch. Die Vorzimmerdame meint, dass Mr. Schwarzenegger derzeit dienstlich in Washington ist.
Noch ein Rundgang und ein Tipp in der Eingangshalle, dann geht’s weiter. Alles in allem ein Stopp, auf den ich auch hätte verzichten können. Wobei ich, im Gegensatz zu gewissen anderen Mitreisenden, zum ersten Mal dieser Meinung bin.
Ansonsten wird das heute wohl wieder ein recht ausschweifender Fahrtag. Wir haben alle eine Verzichtserklärung in die Hand gedrückt bekommen, die den Veranstalter der morgigen Programms absichern soll. Mal abgesehen davon, dass sie in englisch ist und wohl die wenigsten hier im Bus in Juristenenglisch so gut sind, dieses Ding vernünftig zu übersetzen, habe ich eh eine massive Abneigung gegen diese Art von Rechtsbeugung. Domi meinte, er werde sich mal eingehend mit diesem Ding beschäftigen.
Unser nächster echter Stop ist der Lassen Volcanic National Park. Hier brodelt der Schwefel in den Löchern. Außerdem soll es einen Lehrpfad an aktiven Vulkanen entlang geben. Den bekommen wir aber nicht zu sehen, weil unser Führer ihn wohl nicht kennt (sonst hätte er ihn ja wohl mal erwähnt). Stattdessen machen wir eine Wanderung um einen See. Landschaflich wieder mal schön aber eben keine Vulkane im Volcanic Park.
Am Abend kommen wir in Dunsmuir beim Railroad Park Resort an. Hier werden wir für zwei Tag in umgebauten Caboose-Wagons untergebracht. Ich hatte im Vorfeld schon befürchtet, dass in diesen Wagen echte enge Schlafwagenatmosphäre aufkommen würde. Aber die Wagen sind absolut liebevoll restauriert worden und es gibt auch immer einen Wagen pro Zimmergemeinschaft. Nur Domi und ich sollen in einem Bungalow unter gebracht werden. Das Häuschen ist zwar toll eingerichtet und hat sogar zwei Schlafzimmer. Aber irgendwie ist das ja dann doch nicht das, was ich mir vorgestellt habe. Und dann schlägt Flirting-Domi mal wieder zu. Binnen von zehn Minuten ziehen wir in einen Wagen um, der eigentlich für Familien frei gehalten wird, weil es hier neben dem Doppelbett noch drei Einzelbetten gibt. Gefällt mir wesentlich besser :-). Natürlich vergesse ich mal wieder (wie schon so häufig auf dieser Tour), ein Bild vom inneren zu machen.
Fürs Abendessen hat Domi Plätze bei einem Italiener ganz in der Nähe reserviert. Driss leitet Robert entsprechend auch nur zweimal in die falsche Straße. Endlich gibt es mal was „richtiges“ zu Essen, das nicht den Flair von Fastfood hat. Mit meiner Lasagna Pastry (Lasagne im Blätterteigmantel) habe ich mir zwar bewusst eine wohl amerikanische Kreation ausgesucht, bin aber begeistert. Das schmeckt sehr gut und, ganz unamerikanisch, noch nicht mal nach Ketchup.
Als wir alle bezahlen, erlebe ich, wie langmütig einige Mitreisende doch sind, die sich erst beim Bezahlen darüber beschweren, dass sie kein Essen bekommen haben. Abends dann Afterparty bei Achim und Carla.
Kategorie: Unterwegs
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Schwarzenegger und Schlafwagen
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Goldwaschen und Raddampfer
Heute gilt 6 – 7 – 7:30. Nicht dass wir wirklich vor acht Uhr loskommen. Aber immerhin früher, als wenn wir acht als Abfahrtzeit geplant hätten.
Heute ist ein recht langer Fahrttag gen Sacramento.
Nachmittags schmeißen wir Erhard und die anderen Eisenbahnfans am Stadtrand aus dem Bus. Die fahren mit dem Taxi weiter zum hiesigen Eisenbahnmuseum. Angeblich dem größten in Nordamerika. Wir erreichen dann Colona, eine Stadt, die ganz im Zeichen des Goldrausches steht. Entsprechend schauen wir uns im Visitor Center einen Lehrfilm übers Goldwaschen an und waschen dann selber eine Stunde lang Gold. Und zwar suchen wir hier kein Heidepark-Pyrit (das schwamm da aber auch in der Brühe und musste besonders sorgfälltig vom echten getrennt werden) sondern echtes californisches Blattgold. Laut Aussage des anwesenden Diggers schmeißen die jeden Morgen Blattgold im Wert von 75 Dollar, dass sie echten Goldwäschern aus der Umgebung abkaufen, in die Tröge, nach denen die Touristen dann suchen dürfen. Ich werde auch fündig, mit 14 Stückchen habe ich eine für diese Tageszeit (kurz vor Feierabend) eine extrem gute Ausbeute gemacht, wie mir der Digger versichert. Danach gibt’s noch einen Schatz in einer Plastikbox und dann geht’s zurück nach Sacramento.
Die Delta King ist ein alter Raddampfer, der nach seiner Außerdienststellung zu einem festliegenden Hotel umgebaut wurde. Entsprechend den maritimen Gegebenheiten sind die meisten Kabinen nur so groß, dass gerade mal ein Queensize Bett (nur eins für zwei Personen) und ein Fernsehschrank hinein passt. Ich habe heute wegen des recht kurzen und schmalen Betts mal auf eine Einzelkabine gepocht. Als ich dann allerdings in der Heckkabine stehe, die fast doppelt so groß ist wie die normalen, überkommt mich ein Anfall von Kameradschaft und Grußzügigkeit und ich tausche mit Domi und Erhard, damit die wenigstens etwas Platz haben.
Abendessen gibt es heute im Hard Rock Café, wo ich den bisher besten Burger in den Staaten bekommen habe. Da ich für ein T-Shirt mal wieder zu geizig war (was soll ich dafür 20 Dollar investieren?), bleibt es bei kostenlosen Souvenirs. Der Spieß aus dem Burger und eine Visitenkarte.
Ansonsten war heute ein recht fotofreier Tag. Beim Goldwaschen habe ich das Knipsen echt vergessen und die Bilder mit der Nachtstimmung in Sacramento sind nicht sonderlich gut geworden. -
Yosemite und tanzende Sherrifs
Sehr schattig. Nachdem wir gestern morgen noch mit 40 Grad Celsius gestartet sind, waren die -6 Grad Celsius heute morgen dann doch etwas überraschend. Schnatter.
Unser erster Stop am Lake Mono ist enttäuschend. Weit weg und wenig besonderes zu sehen. Driss wusste offensichtlich gar nicht, dass man mit dem Bus auch direkt an den See fahren kann und dann auch viel mehr und schönere Salzsäulen sieht. Das holen wir nach einem dezenten Hinweis von Andrea, die im Visitor Center gefragt hat, auch nach.
Auf der Fahrt nach Yosemite ging wieder dieses Dauerstaunen los. Hohe Berge links, tiefe Schluchten rechts – und andersrum. Atemberaubenden Landschaft. Im Nationalpark selber hatten wir dann leider nur drei Stunden Zeit (schließlich war für abends noch tanzen geplant) aber ich denke, das was in Ordnung. Yosemite ist ein Park, in dem du dir entweder einen halben Tag lang einen Überblick verschaffst oder einen ganzen Urlaub verbringst. Wenn da nur nicht so viele Touristen währen…
Mehr kann man zu Yosemite nicht sagen, den Park muss man erleben. Ich hoffe inständig, dass meine Bilder so gut geworden sind, dass sie wenigstens mir dieses überragenden Gefühl vermitteln können.
Unterkunft ist rustikal und einfach. Eine Stunde Pause bis zum Tanzen. Leider hat vor zwei Monaten ein Erdrutsch die Strasse nach Mariposa, wo der Clubabend stattfinden soll, versperrt. Die Umleitungsstrecke, die hier aus dem Boden gestampft wurde, ist nur einspurig befahrbar und nicht für Fahrzeuge, die länger als 28 Feet sind – eine Bedingung, die unser Reisebus so nicht erfüllt.
Also hat Domi uns einen brandneuen amerikanischen Schulbus organisiert, mit dem wir zur Tanzhalle (der Club hat, wie so viele hier, eine eigene) gefahren. Extrem eng (es gibt kein Economy plus Upgrade) und mit Sitzen, die garantiert höher als die Kinder sind. Wer sich bisher gewundert hat, warum die amerikanischen Schulkinder zu Verbrechern werden, sollte mal die Schulbusse ausprobieren :-) Aber Maggi, unsere Fahrerin, war echt gut und nett. Ich habe mich bei ihr, trotz eines recht progressiven Fahrstils, wesentlich sicherer gefühlt als bei Robert. Und mehr über die Gegend erzählen als Driss konnte sie auch.
In Mariposa angekommen, platzte die Tanzhalle schon aus den Nähten, bevor wir da waren. Mit uns musste dann im Nebenraum extra Tische beiseite geräumt werden, damit wir mit bestimmt 12 Squares tanzen konnten. War zwar wieder ein Altersdurchschnitt jenseits von gut und böse, aber alle nett und freundlich.
So habe ich einen echten Sheriff (weiblich) kennengelernt, die auch promt ihren Sohn angerufen hat, als Domi mal einen echten Polizeiwagen von innen sehen wollte. Besonders cool finde ich hier, dass das örtliche Sherrifsdepartment Sammelkarten mit den Bildern ihrer Mitarbeiter raus gibt, die den Baseballsammelkarten extrem ähneln. Kathie (oben erwähnter Sheriff (weiblich)) erzählt auch gleich, dass die Karte ihrer Tochter, die als Schließer im örtlichen Knast arbeitet, drei Karten ihrer Mutter wert ist. Besonders bei den Jungs in eben diesem Knast. Kann ich nachvollziehen, sieht echt hübsch aus. Da Domi ja verheiratet ist, fällt es mir leicht, ihm die Karte der Tochter abzuschwatzen. Mutter und Sohn behält er aber als Erinnerung. Ich habe übrigens später in einem Cache noch mal eine solche Karte aus einem anderen County gesehen. Scheint also eine etwas verbreitete Idee zu sein.
Außerdem weiß ich nun, dass Heinz (die mit dem Ketchup) ein Label in Keystone-Form haben, weil Heinz aus Pennsilvania kommt (dem Keystone-State). Das und noch einiges mehr erzählt mir Stu, Domis Kontakt beim hiesigen Club. Der hat bis zu seiner Rente bei Heinz gearbeitet und ist ein großer Fan seiner Firma. Schließlich zahlt sie ihm auch jetzt noch sämtliche medizinischen Behandlungen.
Als besonderes Bonbon für die Deutschen gab es Rootbeer Flush, Rootbeer mit ein bis zwei Kugeln Vanilleeis. Seltsame Sachen haben die hier. Im heißen Sommer sicher eine tolle Erfrischung, allerdings schmeckt mir Rootbier pur besser. Hat zwar alles wenig mit tanzen zu tun, dafür aber viel Amerika-Inside gezeigt. Und getanzt habe ich auch.
Die Rückfahrt ins Hotel war dann auch fast schmerzlos. -
Geisterstadt Bodie und scharfe Fügel
Der Tag hat genauso heiß begonnen, wie der Letzte aufgehört hat. Aber inzwischen sitzen wir wieder im Bus. Und auf 1300 Metern sind es auch nur 79 Grad Fahrenheit (26° C). Fast zivil :-)
Über den heutigen Tag gibt es recht wenig zu berichten. Das einzige Highlight des Tages ist die Geisterstadt Bodie, die wir aber aufgrund massiver zeitlicher Fehlplanungen nur etwa eine Stunde am Abend besichtigen können, da die Parkranger auf einen pünktlichen Feierabend drängen. Ansonsten sind wir den ganzen Tag auf Tour unterbrochen nur von einstündigen Mittagspausen (nicht, dass wir für zwei Sandwiches eine Stunde bräuchten) und dreiviertelstündigen spontanen Tankstops mit Umweg.
Den Mono Lake haben wir wegen des knappen Zeitrahmens gleich ganz weg gelassen.
Die Unterkunft in Bridgeport ist extrem schnucklig. Ist zwar ein Motel aber so individuell eingerichtet, wie Best Western das nur möglich macht. Mit Handtüchern, die zu Schwänen gefaltet waren und Schleifchen um die Taschentücherbox. Ich fühle mich hier besser aufgehoben als im MGM Grand. Wobei die auch echt rührig waren, aber hier hat es mehr persönliche Note.
Der Tag endet gemütlich in einer Kneipe. Die örtliche Amüsierdame, die vor der Tür stand, hat uns den Laden wärmstens empfohlen. Hier essen die Locals und es ist besser und billiger als gegenüber in der Touristenkneipe.
Man schaute etwas befremdlich, als acht Deutsche anfangen, zwei Tische zusammenzurücken. Aber das Essen war wirklich gut und der Pitcher Hefeweizen mit 11 Dollar wirklich günstig. Für den Funfaktor wurde vom Haus gesorgt, als Andrea die Chicken Wings von Clara bekommen hat. Während Andrea nur milde Sauce bestellt hatte, schmeckten ihre, als währen sie in purer Tabasco-Sauce getaucht worden. Wenn das schon „hot“ ist, möchte ich gar nicht wissen, wie „nitro“ schmeckt. Was bin ich dankbar, dass ich nur einen Salat bestellt habe und nicht den Burger, den ich mir eigentlich ausgeguckt habe. Denn der wäre mit „hot“ serviert worden. -
Rosa Truckstops und Hitzewahn
Nach 36 Stunden Glitzerwelt brechen wir heute gen Death Valley auf. Driss, der Ersatzmann für Ulrike, führt sich weiter gut ein. Redet viel in zwei Sprachen, hat aber wesentlich mehr Struktur.
Drei Stops liegen auf dem Weg. AAA, Outlet Store und (natürlich) Supermarkt.
Was für ein Glück, dass ich keine Square Dance Hemden kaufen sondern nur gucken möchte. Warum wollen die denn jetzt beim Rausgehen Geld von mir haben. Ach so. Wegen dem einen Hemd, dem Duster und den zwei Päckchen Kaffee, die ich dabei habe. Aber bei den zwanzig Prozent Rabatt, die Domi rausgehandelt hat, wäre es grob fahrlässig, hier nichts zu kaufen :-)
Das Driss eine sizilianische Mutter hat (neben seinem marokkanischen Vater) und italienisch eine seine Muttersprache ist, kommt dann doch mal durch, wenn er vom „Lago Mead“ spricht. Und auch sonst ist sein Deutsch manchmal recht schwer zu verstehen. Aber nach Ulrike wins wir gändig und freuen uns über jeden Informationssplitter, den wir bekommen und verstehen.
Pause wird in einem kleinen Truck Stop in the middle of nowhere gemacht. Da ich Nevada Joe´s mit Sicherheit nie auf irgendeiner Karte finden werde (das was der AAA hier Karte nennt, würde ein deutscher Kartograph eine Zumutung nennen), habe ich mal einen Wegpunkt gesetzt. Das Mittagessen ist cowboy-like Jerky mit Wasser bei brütender Hitze. Denn die paar Sandwiches, die Joe in seinem ansonsten recht großen Kühlschrank hat, halten dem vereinten Ansturm von 29 Square Dancern nicht lange stand.
Ich muss irre sein, die Sonne muss mir das Hirn geröstet haben. Ich habe mich der Fanatikerfraktion angeschlossen, die im Badwater Bassin getanzt hat. 86 Meter unter dem Meeresspiegel und bei 115 Grad Fahrenheit. Das sind irgendwie 46 Grad Celsius. Und offensichtlich hat der Hitzewahn auch bei Domi nicht halt gemacht, wenn man sein eAufmachung betrachtet. Zudem treibt einem der Wind ständig salzigen Sand ins Gesicht und die Augen. Selten war ich so dankbar für die Klimaanlage im Bus.
Der Tag endet auf der Furnance Creek Ranch im Death Valley. Nach einem guten Abendessen (Burger – welch Überraschung) fühlt sich der Magen auch wieder besser an. Jetzt weiß ich auf jeden Fall, warum Lucky Luke so ein dünnes Hemd ist. Jerky mag für Cowboys als Mittagessen reichen – mir langt es bei weitem nicht. Danach noch auf einen Absackerrosé an den Pool. Aber die Hitze treibt mich schon nach kurzer Zeit zurück in mein klimatisiertes Zimmer. Also für eine Nacht mag das ja alles ganz witzig sein, aber ich frage mich echt, wer hier seinen ganzen Urlaub verbringen möchte. Hier ist nichts los, es ist schweineheiß und die örtliche Gastronomie ist sich ihrer Monopolstellung voll bewusst. Ein Pitcher Bud kostet 14 Dollar, ein Pitcher Localbeer 25 Bucks. Und gegen das Local hat sogar Kölsch einen kräftigen Eigengeschmack :-)
Aber alle sind guter Dinge und Driss hat seine Sache gut gemacht. Und nun früh ins Bett, morgen gilt erstmalig 6-7-8. -
Here comes the bride und andere Hobbys
Der Tag beginnt eindeutig zu früh, dafür aber mit einem Highlight. Domi hat ein deutsches Pärchen aufgetrieben, das in Las Vegas heiraten will und bereit ist, uns zugucken zu lassen. Und die Beiden saßen schon die ganze Zeit bei uns im Bus und Domi hat die Hochzeit auch noch geplant. Klaus und Sabine von den Bridge Hause Twirlers wollen sich das Jawort geben.
Die Trauung wurde in deutsch mit einer gehörigen Portion Patos durchgeführt, in der Kapelle durfte nicht fotografiert werden, schließlich konnte man Film und Bilder hinterher kaufen. Ist ja wie im Freizeitpark :-) Kleiderordnung für Brautpaar und Gäste war Square Dance Dress, schließlich wurde anschließend hinter der Kapelle noch (bei der Hitze gottseidank nur) ein Square Dance Tipp getanzt.
Sehr interessant und für die Beiden sicher auch sehr schön. Auf der anderen Seite fiel dafür für die (freiwilligen) Zuschauer das Ausschlafen flach. Das ist halt der Preis, den man für seine Neugier bezahlen muss :-)
Dafür kommt man von der Wedding Chappel (die mich übrigens (wie so vieles in Las Vegas) stark an Larry Laffer erinnert) relativ einfach und schnell zum Las Vegas Hilton. Dorthin wollen Petra und ich, um die Star Trek Experience zu besuchen. Das sind zwei geführte Showrundgänge, die eigentlich ziemlich gut sind. Zum einen die Borg Invasion 4D, bei dem man als Gast auf einer Raumstadion von den Borg entführt wird und zum anderen den Klingon Encounter, bei man über die Brücke der Enterprise D läuft und zum Abschluss mit einem Shuttle in einem wilden Ritt zurück in die Gegenwart und ins Las Vegas Hilton gebracht wird. Allerdings kannte ich die Borg-Show schon vom (inzwischen geschlossenen) Space Center in Bremen. Aber hier war es dennoch irgendwie cooler. Also alles in allem etwas teuer (42 Dollar) aber nett. Und ich habe auch ein Foto mit Mickey Mouse – oder wie heißt der Typ mit den großen Ohren?
Danach ging es mit der Monorail zurück ins Hotel. Nachdem wir eingestiegen sind, bittet uns eine Stimme aus den Lautsprechern darum, darauf zu achten, dass uns keine Aliens aus der Experience gefolgt sind. Nette Idee :-)
Ins Hotel, McD in die Figur schieben und dann noch mal den südlichen Bereich (Excalibur und Luxor) inkl. Parkhäuser (Caches) erkundet. Es ist schweinewarm, dass es niemandem auffällt, wenn mal einer im Parkhaus im New York, New York eine Pause in einem Treppenhaus macht. Schon witzig wie frei ich mich überall bewegen kann, wenn man bedenkt, dass im Parkhaus vom Luxor, wo ich auch rumstreuner (und zwar nicht sonderlich unauffällig), erst im Juli ein Auto in die Luft geflogen ist. Glücklicherweise habe ich davon erst erfahren als ich wieder in Deutschland war, sonst hätte ich noch viel mehr geschwitzt. Andererseits ermöglicht dieses Wetter selbst für mich fotografischen Laien absolut coole Postkartenfotos. Die Ausleuchtung ist einfach super.
Abends dann mal wieder tanzen. Die sind hier noch älter als in Phoenix, dennoch ganz gut zu Fuss. Keine anspruchsvollen Kombinationen, dafür aber gute Laune. Ich stelle hier aber fest, dass es schwachsinnig ist, zum Abkühlen vor die Tür gehen zu wollen. Schließlich sind wir hier in der Wüste von Nevada. Und irgendwie habe ich hier noch nie den Effekt bemerkt, der Wüsten nachgesagt wird. Hier bleibt es auch nachts knackig warm.
Nach dem Tanzen fahren wir mit dem Club (ganz unamerikanisch) noch zur Afterparty.
Außerdem stellt uns Domi „Driss“ vor, der ab heute unser Fremdenführer sein wird. Driss führt sich binnen von fünf Minuten gut ein, als er in drei Sätzen mehr erzählt als Ulrike in drei Tagen. Zudem hat er sich aus eigenem Antrieb heraus den Clubabend angeschaut und sich auf der Afterparty gut amüsiert. Warten wir es ab.
Schlussendlich finde es witzig, wie fiele seltsame Hobbys ich auf dieser Tour kombinieren kann. Square Dance, Geocachen, Star Trek, Reisen … -
Viva Las Vegas
Der Weckruf hat mal wieder nicht funktioniert. Und diesmal lag es definitv nicht am Hefeweizen, die anderen haben es auch zu spüren bekommen.
Der erste Stop nach einem sehr schwachen Frühstück ist der Tempel der LDS-Church. Wir bekommen sogar (welch Überraschung :-)) einen kurzen Überblick über die LDS. Sie missionieren erstaunlich wenig. Der einzige Hinweis ist, dass wenn wir ein Book of Mormon haben möchten, dann mögen wir doch bitte unsere Adresse angeben. Wir würden dann ein kostenloses Exemplar im Rahmen eines persönlichen Besuchs überreicht bekommen. Klar – wie im wahren Leben. Wenn du am Gewinnspiel teilnehmen möchtest, brauchen wir deine Adresse. An sich also ganz harmlos. Wenn der Typ nicht am Rande den Alleinstellungsanspruch der Kirche erwähnen würde.
Weiter geht’s durch Arizona nach Nevada. Tolle Landschaft, die es hier zu sehen gibt.
Das MGM Grand, in dem wir heute und morgen unter kommen ist eine riesige Glitzerbettenburg unter anderen riesigen Glitzerbettenburgen. Allerdings bekommen wir vorerst nur den Haupteingang davon zu sehen. Denn nachdem die Koffer ausgeladen worden sind (die wir nicht mitnehmen dürfen) fahren wir noch einmal aus der Stadt raus zum Hoover Staudamm. Riesig – imposant – und natürlich nicht auf einen Chip zu bannen.
Abends ist selbstverständlich der Las Vegas Blvg., besser bekannt als der Strip, Pflichtprogramm. Es ist nicht möglich, diese Glitzerwelt in Worte zu fassen. Noch schwerer tut sich meine Kamera damit, dieses bunte Leuchten einzufangen. Mit Blitz werden die Bilder zu dunkel, ohne verwackeln sie. Ich habe viel Gelegenheit, mit der Kamera in dunklen Ecken zu üben, unverwackelte gute Nachtfotos zu schießen. Und tatsächlich ist der 256 MB Chip, den ich als Sicherheit während des Las Vegas Aufenthalts eingelegt habe, am Ende halb voll mit akzeptablem Material. Ich vertraue dennoch darauf, ggf. einige Bilder von Martin zu bekommen.
Biggi, Andrea und Martin wollen unbedingt im New York, New York mit der Achterbahn fahren, ich halte mich da vornehm zurück, was weniger an Feigheit sondern am Geiz liegt. Die wollen für ein Fahrt 12,50 Dollar haben. Da ich morgen wohl noch in die Star Trek Show im Hilton will und weiß, was die kostet, will ich mein Budget ein wenig beisammen halten. Und während Biggi schon mit schlotternden Knien in die Bahn einsteigt (und das wohl auch zu recht) soll sogar Andrea während der Tour immer wieder gerufen haben „Das hier doch ganz anders als im Heidepark“.
Mein Fazit zu Las Vegas ist, dass es nett, aber nicht so großartig ist, wie es immer berichtet wird. Liegt wohl an zweierlei Dingen. Zum einen gibt es inzwischen in allen größeren Städten Leuchtreklamen, zum anderen haben wir das, was die hier aufgebaut haben, entweder direkt vor der Tür (Venician) oder ausführlich im Geschichtsunterricht behandelt (Excalibur, Luxor und Ceasars Palace). Und die Casinos sehen eh alle gleich aus. Entsprechend kann ich nach drei Stunden oder so mit Fug und Recht behaupten, dass ich keine echte Lust mehr habe und irgendwie ins Bett möchte. Aber wir müssen ja noch die ganze Strecke zurück zum Hotel :-)
Und dann sind da jetzt auch die Shows, die wir auf dem Hinweg nicht angesehen haben, weil es noch hell war. Im Treasure Island bekommen wir, nachdem ich mit meinem Zimmerschlüssel gewunken habe, VIP-Plätze. Leider wird die Show, die mich am meisten interessiert hat, wegen Starkwind abgesagt. Dann weiter ins Venician, wo die Mädels Gondel fahren und die Jungs Eis essen. Ich glaube, im nachhinein hat mich das Venician am meisten beeindruckt. Nicht wegen Prunk und Glamour, den gibt es in Sin City an jeder Ecke. Sondern wegen der perfekten Illusion. Die haben innerhalb den Hotels eine komplette Stadt im venizianischen Stil nachgebaut. Inklusive einem Canele, auf dem Gondeln fuhren. Und obwohl es draußen dunkel war, war hier drin tag. Nicht einfach nur taghell erleuchtet sondern mit einem Himmel, bei dem man den Eindruck hatte, die Wolken würden im Wind dahinziehen. Da springt die innere Uhr dann endgültig aus der Spur. Gottseidank haben die Illusionisten auf die Tauben verzichtet :-)
Der Vulkanausbruch am Mirage ist mehr als enttäuschend, die Wassershow am Bellagio dafür sehr schön und wird wegen des großen Erfolgs auch gleich noch mal wiederholt :-) Viva Las Vegas von Elvis, sehr dynamisch. Im Nachhinein habe ich ein Video von der Show bei YouTube gefunden, dass ich nicht verlieren möchte und deshalb hier verlinke. Da der Weg am Bellagio länger ist als die verbleibenden 7 Minuten zur vollen Viertelstunde, bekommen wir noch eine dritte Show mit einem neuen Lied geliefert. In diesem Fall gab es God bless America. Recht patriotisch, aber dafür sind wir ja auch hier. Und auch ziemlich gut umgesetzt.
Auf dem Rest des Wege dann den penetranten Drückern ausgewichen (Girls, Girls, Girls), Souveniers und ein Sixpack Absackerbier (für drei Leute) gekauft und dann zur Viererafterparty in Hotel getigert (müsste man beim MGM Grand nicht von gelöwt sprechen). Ach ja. Günstige (aber nicht billige) T-Shirts und ein Hemd sind auch in meiner Tasche gelandet. Das Casino Royale hat Ausverkauf gemacht und alles zwischen 5 und 10 Dollar rausgehauen. Da wäre es dumm gewesen, nicht zuzuschlagen. Viva Las Vegas! -
Bryce Canyon und Red Canyon
Ruby’s Inn
Heute gab es zum Frühstück Rührei mit Schinken und Arme Ritter (oder so) mit Ahornsirup. Ein echter Gaumenschmauß. Leider konnte ich ihn nicht in Ruhe geniessen. Unsere Fanatiker haben herausgefunden, dass einige Angestellte des Trading Post Square Dance können. Und so musste natürlich ein Ruby’s Inn Shop Tipp gemacht werden. Schon beim ersten Swing fielen die Waren vom Verkaufsständer :-)
Danach habe ich mal meine Telefonkarte ausprobiert und zumindestens zu Hause Bescheid gesagt, dass ich gut gelandet bin.
Unser erstes Ziel des Tages war dann der Bryce Canyon. Hin, Fotostop, Tanzen am Viewpoint, rein in den Bus. Wo ist Jan? Der meinte, dass er noch ein ganz spezielles Bild braucht, dass 300 Meter vom Viewpoint weg ist. Und nun kämpft er sich gerade bergauf und versucht bei 2400 Höhenmetern die Lunge im Hals zu behalten.
„Hier ist das Visitor Center vom Red Canyon. Hier machen wir 20 Minuten Pause.“ Und? Was gibt hier zu sehen? Erst kurz bevor wir weiterfahren wollen, kommt der Hinweiß, dass hier „Salt and Pepper“ stehen, eine Felsformation, von der Ulrike schon seit drei Tagen spricht. Man – kann die das nicht früher sagen? Also rein in den Bus und die Kamera geholt. Von Tony, unserem mitreisenden Neuseeländer, kommt die Idee eines Gruppenfotos. Und keine Sekunde zu früh. Schien beim Foto die Sonne mit voller Kraft, fängt es, kaum dass wir wieder im Bus sitzen, an zu regnen. Der erste echte Schauer seit wir in den U.S. sind.
Another Trading Post – another voucher (10 % off). Diesmal heißt die Provisionsfabrik des Busfahrers „White Mountain Trading Post“.
Gegen acht Uhr kommen wir im Hotel in St. George an. Ramada Inn im Gewerbegebiet. Der von Ulrike in höchsten Tönen beworbene Outlet-Store hat natürlich schon zu. Schließlich sind wir hier in Mormonen-Land und es ist Sonntag.
Zum Abendessen haben haben wir die Wahl zwischen Steakhouse, Burger und Red Lobster. Domi hat einen animalische Drang nach Fleisch und lässt sich ein 16 oz. Steak servieren. Biggi, Erhard, Geli und ich wollen Seafood und landen bei Red Lobster. Hier gibt es Shrimp all-you-can-eat für 15.99. Man lebt nur einmal. Yum-yum. Und sie haben Hefeweizen – oder was die hier dafür halten.
Als ich beim rausgehen nach einer Visitenkarten fürs Photoalbum suche und frage, stellt die Dame mit entsetzen fest, dass keine mehr da sind und drückt mir kurzerhand zwei Speisekarten in die Hand.
Danach machen die anderen drei noch ihre erste Cacheerfahrung mit einer ziemlich durchgeweichten Dose. -
Flucht nach Mexico und Ruby’s Inn
Cameron
Nachdem ich schon vor dem Frühstück den dritten Cache der Tour gemacht habe, habe ich meine 200 voll. Jeder weitere ist jetzt Bonus. Also spare ich mir im folgenden einen Großteil der Cachebezogenen Infos, die sonst wohl auch dem geneigtesten Leser überdrüssig werden würden.
Das Frühstück kam so schnell (bevor ich richtig saß), dass ich gar nicht fragen konnte, ob ich das Hash Brown gegen Pancakes tauschen kann. Egal, man kann nicht alles haben. Dafür bin ich heute richtig gut drauf. Was neun Stunden Schlaf alles bewirken können :-)
Kurz vor der Abfahrt noch eine Shopping-Einlage und den Hut, den ich gestern schon ausgesucht hatte, an Domi zwecks Mengenrabatt weiter gegeben. Das Domi allerdings für das Vorzeigen seiner Tourguidecard einen Specialdiscount bekommt, hat uns beide angenehm überrascht.
Inzwischen fahren wir durch Navajo-Land und Ulrike pumpt uns mit unzusammenhängenden Fakten voll. Aber mit der Zeit lernt man, sie auszublenden und die Landschaft des Vor-Grand-Canyon-Landes zu genießen.
Gegen 10 Uhr sind wir in Page. Da unser Programm erst in 45 Minuten weiter geht und der Bus zweihundert Meter neben einer Markierung auf meinem GPS hält, nutze ich die Gelegenheit und zeige Domi mal, wie das mit dem Geocachen funktioniert (ich sagte, ich blende den Großteil der Infos aus, nicht alles :-)). Domi ist begeistert und ich sehe, wie sein Kopf arbeitet um neue Marktbereiche zu erschließen. Ziel erreicht :-)
Danach brechen wir mit extrem hochgelegten Pickups, auf deren Lagefläche 14 Leute passen (man könnte meinen, wir wollten aus Mexico fliehen), auf zum Antalope Canyon. Hier kann man extrem schöne Bilder machen. Unsere hiesige Führerin (wir haben eine Gruppe gebildet, die keine Übersetzung braucht) ist grossartig. Da sie üblicherweise die Photograpy Tour führt, die doppelt so viel kostet, weiß sie ganz genau, wo man richtig gute Bilder machen kann. Und sie scheut sich auch nicht, sich von Touris Kameras geben zu lassen um wirklich gute Bilder zu machen.
Für die Rückfahrt nutze ich die Gelegenheit und fahre vorne im Pickup mit. Ein ganz anderes Fahrgefühl. That´s entertainment.
Auf der Weiterfahrt gibt es einen Fotostop beim Glen Canyon Staudamm. Da im Laufe der Tour aber noch der Hoover Damm auf dem Programm steht, gibt es wirklich nur einen Fünf-Minuten-Stop.
Um 14:30 Uhr verlieren wir plötzlich eine Stunde. An der Staatsgrenze nach Utah verläuft die Zeitzonengrenze.
Petra hat angemerkt, dass die Zeitzonengrenze nicht zwischen Arizona und Utah sondern zwischen Utah und Nevada verläuft. Domi würde dem nach Karten- und Faktenlage zustimmen. Ulrike nicht. Wir warten mal bis zur nächsten öffentlichen Uhr. Die Einheimischen sollten wissen, wie spät es ist.
In Kahab habe ich dann doch mal in die Square Dance Ausrüstung investiert. Ein Bolotie für 24 Dollar ist echt günstig. Also in Zukunft nicht mehr am Bolo-Ständer an der Kasse schauen (hier liegen die Preise zwischen 50 und 350 Dollar) sondern eher etwas abseits bei den Pins :-) Zu Ulrikes Ehrenrettung (auch wenn es nicht viel hilft) muss ich noch gestehen, dass ihre Uhrzeit stimmt.
Ich kann nicht ganz glauben, dass unser Rubys Inn das selbe ist, in dem meine Eltern damals getanzt haben. Irgendwie ist das ein Riesenkomplex, der zudem noch recht neu zu sein scheint.
Aber hier habe ich nach dem Abendessen wenigstens mal die Gelegenheit, ins Internet zu springen. Für 50 Cent die Minuten :-(
Afterparty dann bei Klaus und Sabine im Zimmer, weil über Domis Zimmer der Busfahrer schläft. Und dessen Schlaf ist uns wichtiger als Petras, die direkt neben Sabine und Klaus wohnt. -
Zaubersteine und tiefe Schluchten
Phoenix – 9:00 Uhr
Die Afterparty war ein bisschen was länger. So lang, dass ich nicht durch den Weckruf des Hotels geweckt wurde. Domi leider auch nicht, deshalb ist das Frühstück ausgefallen. Ich muss jetzt erstmal warm laufen. Mit Jerkey, dass wir bei unserem ersten Supermarkstop eingekauft haben :-) Im Hintergrund schwafelt Ulrike ohne Punkt und Komma – leider auch ohne einen Hauch von inhaltlicher Strukturierung.
Um halb elf machen wir einen Pitstop auf einer Raststätte. Neben 8(!) Fastfood-Läden gibt es hier auch einen Starbucks – endlich Frühstück.
In Sedona fahren wir an absolut coolen Panoramen vorbei – ohne anzuhalten :-( Dafür dann mitten in der Stadt, wo es maximalen Touristen-Kommerz gibt. Diesen nutze ich, um meinen Vorrat an Halbedelsteinen aufzufüllen, die es hier gibt. Ganz selten und hochmagisch. Das dieses Edelsteinverkaufssystem offensichtlich ein Francisesystem ist, geht mir erst im Laufe der Reise auf, als ich die gleiche Displayform mit immer anderen Beschriftungen sehe. Zuletzt in San Francisco mit der Bezeichnung „Rocks from the Rock“. Dafür waren sie hier (zumindestens bilde ich mir das ein) am günstigsten. Und da sie wirklich cool aussehen, ärgere ich mich auch nicht.
Aber hinterher geht’s durch die Red Rocks. Und hier halten wir dann auf 2000 Meters an. Was für eine Aussicht! Und mein Akku gibt auf. Ersatzakku? Habe ich heute morgen mit meinem hektischen Suffkopp in den Koffer gedonnert. Den müssen wir dann am Grand Canyon (unserem nächsten Ziel) mal rauskramen. Wir also auf den Parkplatz gefahren und ich in den Kofferraum gekrochen. Dass die ganze Zeit die glühend heißen Abwärmerohre der Klimaanlage nur zwei Zentimeter von meinem Rücken entfernt waren, habe ich glücklicherweise erst beim raus kriechen gemerkt. Und da hatte ich die Akkus schon.
Also beeindruckend ist der Grand Canyon ja auf jeden Fall. Da kommt man sich richtig klein neben vor. Ich hätte das ja auch gerne mal von unten gesehen. Aber die Zeit dafür haben wir leider nicht. Nun können wir aber ins Hotel fahren. Denn inzwischen sind auch die Reserveakkus alle. Das hat man davon, wenn man bei Ebay irgendwelche Nachbauten kauft.
Robert, unser Busfahrer, hält auf dem Weg nach Cameron noch am Colter-Aussichtsturm an. Vor dem atemberaubenden Sonnenuntergang habe ich noch Zeit, den zweiten Cache (ein Virtual) zu machen. Die Nachtschicht zur Vorbereitung zahlt sich aus :-)
Als Cameron seinem Veranstalter vorschlug, anstatt in Page in Cameron zu übernachten, wurde er beinahe ausgelacht. In Cameron gäbe es absolut nicht. Doch die Erwartungen von Domi wurde erfüllt. Hier gibt es zumindestens Betten, die uns knapp zwei Stunden Fahrt ersparen. Und das in einem netten Ambiente.
Abends gibt es endlich mal was echtes zu Essen. Ulrike hat den hiesigen „Navajo Taco“ empfohlen. Das der absolut geschmacksneutral ist, lässt die Frau in meinem Ansehen nicht sonderlich steigen. Aber es ist eine so ordentliche Portion, dass ich nach gut der Hälfte kapituliere. Im Nachhinein betrachtet war es wohl eine weise Entscheidung, den Rest nicht einpacken zu lassen. Der Magen macht Stress und Montezuma lässt seine Muskeln spielen. Was will man auch anderes erwarten im Injun-Land.