Nach 36 Stunden Glitzerwelt brechen wir heute gen Death Valley auf. Driss, der Ersatzmann für Ulrike, führt sich weiter gut ein. Redet viel in zwei Sprachen, hat aber wesentlich mehr Struktur.
Drei Stops liegen auf dem Weg. AAA, Outlet Store und (natürlich) Supermarkt.
Was für ein Glück, dass ich keine Square Dance Hemden kaufen sondern nur gucken möchte. Warum wollen die denn jetzt beim Rausgehen Geld von mir haben. Ach so. Wegen dem einen Hemd, dem Duster und den zwei Päckchen Kaffee, die ich dabei habe. Aber bei den zwanzig Prozent Rabatt, die Domi rausgehandelt hat, wäre es grob fahrlässig, hier nichts zu kaufen :-)
Das Driss eine sizilianische Mutter hat (neben seinem marokkanischen Vater) und italienisch eine seine Muttersprache ist, kommt dann doch mal durch, wenn er vom „Lago Mead“ spricht. Und auch sonst ist sein Deutsch manchmal recht schwer zu verstehen. Aber nach Ulrike wins wir gändig und freuen uns über jeden Informationssplitter, den wir bekommen und verstehen.
Pause wird in einem kleinen Truck Stop in the middle of nowhere gemacht. Da ich Nevada Joe´s mit Sicherheit nie auf irgendeiner Karte finden werde (das was der AAA hier Karte nennt, würde ein deutscher Kartograph eine Zumutung nennen), habe ich mal einen Wegpunkt gesetzt. Das Mittagessen ist cowboy-like Jerky mit Wasser bei brütender Hitze. Denn die paar Sandwiches, die Joe in seinem ansonsten recht großen Kühlschrank hat, halten dem vereinten Ansturm von 29 Square Dancern nicht lange stand.
Ich muss irre sein, die Sonne muss mir das Hirn geröstet haben. Ich habe mich der Fanatikerfraktion angeschlossen, die im Badwater Bassin getanzt hat. 86 Meter unter dem Meeresspiegel und bei 115 Grad Fahrenheit. Das sind irgendwie 46 Grad Celsius. Und offensichtlich hat der Hitzewahn auch bei Domi nicht halt gemacht, wenn man sein eAufmachung betrachtet. Zudem treibt einem der Wind ständig salzigen Sand ins Gesicht und die Augen. Selten war ich so dankbar für die Klimaanlage im Bus.
Der Tag endet auf der Furnance Creek Ranch im Death Valley. Nach einem guten Abendessen (Burger – welch Überraschung) fühlt sich der Magen auch wieder besser an. Jetzt weiß ich auf jeden Fall, warum Lucky Luke so ein dünnes Hemd ist. Jerky mag für Cowboys als Mittagessen reichen – mir langt es bei weitem nicht. Danach noch auf einen Absackerrosé an den Pool. Aber die Hitze treibt mich schon nach kurzer Zeit zurück in mein klimatisiertes Zimmer. Also für eine Nacht mag das ja alles ganz witzig sein, aber ich frage mich echt, wer hier seinen ganzen Urlaub verbringen möchte. Hier ist nichts los, es ist schweineheiß und die örtliche Gastronomie ist sich ihrer Monopolstellung voll bewusst. Ein Pitcher Bud kostet 14 Dollar, ein Pitcher Localbeer 25 Bucks. Und gegen das Local hat sogar Kölsch einen kräftigen Eigengeschmack :-)
Aber alle sind guter Dinge und Driss hat seine Sache gut gemacht. Und nun früh ins Bett, morgen gilt erstmalig 6-7-8.
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