Goldwaschen und Raddampfer

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Heute gilt 6 – 7 – 7:30. Nicht dass wir wirklich vor acht Uhr loskommen. Aber immerhin früher, als wenn wir acht als Abfahrtzeit geplant hätten.
Heute ist ein recht langer Fahrttag gen Sacramento.
Nachmittags schmeißen wir Erhard und die anderen Eisenbahnfans am Stadtrand aus dem Bus. Die fahren mit dem Taxi weiter zum hiesigen Eisenbahnmuseum. Angeblich dem größten in Nordamerika. Wir erreichen dann Colona, eine Stadt, die ganz im Zeichen des Goldrausches steht. Entsprechend schauen wir uns im Visitor Center einen Lehrfilm übers Goldwaschen an und waschen dann selber eine Stunde lang Gold. Und zwar suchen wir hier kein Heidepark-Pyrit (das schwamm da aber auch in der Brühe und musste besonders sorgfälltig vom echten getrennt werden) sondern echtes californisches Blattgold. Laut Aussage des anwesenden Diggers schmeißen die jeden Morgen Blattgold im Wert von 75 Dollar, dass sie echten Goldwäschern aus der Umgebung abkaufen, in die Tröge, nach denen die Touristen dann suchen dürfen. Ich werde auch fündig, mit 14 Stückchen habe ich eine für diese Tageszeit (kurz vor Feierabend) eine extrem gute Ausbeute gemacht, wie mir der Digger versichert. Danach gibt’s noch einen Schatz in einer Plastikbox und dann geht’s zurück nach Sacramento.
Die Delta King ist ein alter Raddampfer, der nach seiner Außerdienststellung zu einem festliegenden Hotel umgebaut wurde. Entsprechend den maritimen Gegebenheiten sind die meisten Kabinen nur so groß, dass gerade mal ein Queensize Bett (nur eins für zwei Personen) und ein Fernsehschrank hinein passt. Ich habe heute wegen des recht kurzen und schmalen Betts mal auf eine Einzelkabine gepocht. Als ich dann allerdings in der Heckkabine stehe, die fast doppelt so groß ist wie die normalen, überkommt mich ein Anfall von Kameradschaft und Grußzügigkeit und ich tausche mit Domi und Erhard, damit die wenigstens etwas Platz haben.
Abendessen gibt es heute im Hard Rock Café, wo ich den bisher besten Burger in den Staaten bekommen habe. Da ich für ein T-Shirt mal wieder zu geizig war (was soll ich dafür 20 Dollar investieren?), bleibt es bei kostenlosen Souvenirs. Der Spieß aus dem Burger und eine Visitenkarte.
Ansonsten war heute ein recht fotofreier Tag. Beim Goldwaschen habe ich das Knipsen echt vergessen und die Bilder mit der Nachtstimmung in Sacramento sind nicht sonderlich gut geworden.

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