Yosemite und tanzende Sherrifs

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Half Dome in YosemiteSehr schattig. Nachdem wir gestern morgen noch mit 40 Grad Celsius gestartet sind, waren die -6 Grad Celsius heute morgen dann doch etwas überraschend. Schnatter.
Unser erster Stop am Lake Mono ist enttäuschend. Weit weg und wenig besonderes zu sehen. Driss wusste offensichtlich gar nicht, dass man mit dem Bus auch direkt an den See fahren kann und dann auch viel mehr und schönere Salzsäulen sieht. Das holen wir nach einem dezenten Hinweis von Andrea, die im Visitor Center gefragt hat, auch nach.
Auf der Fahrt nach Yosemite ging wieder dieses Dauerstaunen los. Hohe Berge links, tiefe Schluchten rechts – und andersrum. Atemberaubenden Landschaft. Im Nationalpark selber hatten wir dann leider nur drei Stunden Zeit (schließlich war für abends noch tanzen geplant) aber ich denke, das was in Ordnung. Yosemite ist ein Park, in dem du dir entweder einen halben Tag lang einen Überblick verschaffst oder einen ganzen Urlaub verbringst. Wenn da nur nicht so viele Touristen währen…
Mehr kann man zu Yosemite nicht sagen, den Park muss man erleben. Ich hoffe inständig, dass meine Bilder so gut geworden sind, dass sie wenigstens mir dieses überragenden Gefühl vermitteln können.
Unterkunft ist rustikal und einfach. Eine Stunde Pause bis zum Tanzen. Leider hat vor zwei Monaten ein Erdrutsch die Strasse nach Mariposa, wo der Clubabend stattfinden soll, versperrt. Die Umleitungsstrecke, die hier aus dem Boden gestampft wurde, ist nur einspurig befahrbar und nicht für Fahrzeuge, die länger als 28 Feet sind – eine Bedingung, die unser Reisebus so nicht erfüllt.
SchulbusAlso hat Domi uns einen brandneuen amerikanischen Schulbus organisiert, mit dem wir zur Tanzhalle (der Club hat, wie so viele hier, eine eigene) gefahren. Extrem eng (es gibt kein Economy plus Upgrade) und mit Sitzen, die garantiert höher als die Kinder sind. Wer sich bisher gewundert hat, warum die amerikanischen Schulkinder zu Verbrechern werden, sollte mal die Schulbusse ausprobieren :-) Aber Maggi, unsere Fahrerin, war echt gut und nett. Ich habe mich bei ihr, trotz eines recht progressiven Fahrstils, wesentlich sicherer gefühlt als bei Robert. Und mehr über die Gegend erzählen als Driss konnte sie auch.
In Mariposa angekommen, platzte die Tanzhalle schon aus den Nähten, bevor wir da waren. Mit uns musste dann im Nebenraum extra Tische beiseite geräumt werden, damit wir mit bestimmt 12 Squares tanzen konnten. War zwar wieder ein Altersdurchschnitt jenseits von gut und böse, aber alle nett und freundlich.
So habe ich einen echten Sheriff (weiblich) kennengelernt, die auch promt ihren Sohn angerufen hat, als Domi mal einen echten Polizeiwagen von innen sehen wollte. Besonders cool finde ich hier, dass das örtliche Sherrifsdepartment Sammelkarten mit den Bildern ihrer Mitarbeiter raus gibt, die den Baseballsammelkarten extrem ähneln. Kathie (oben erwähnter Sheriff (weiblich)) erzählt auch gleich, dass die Karte ihrer Tochter, die als Schließer im örtlichen Knast arbeitet, drei Karten ihrer Mutter wert ist. Besonders bei den Jungs in eben diesem Knast. Kann ich nachvollziehen, sieht echt hübsch aus. Da Domi ja verheiratet ist, fällt es mir leicht, ihm die Karte der Tochter abzuschwatzen. Mutter und Sohn behält er aber als Erinnerung. Ich habe übrigens später in einem Cache noch mal eine solche Karte aus einem anderen County gesehen. Scheint also eine etwas verbreitete Idee zu sein.
Außerdem weiß ich nun, dass Heinz (die mit dem Ketchup) ein Label in Keystone-Form haben, weil Heinz aus Pennsilvania kommt (dem Keystone-State). Das und noch einiges mehr erzählt mir Stu, Domis Kontakt beim hiesigen Club. Der hat bis zu seiner Rente bei Heinz gearbeitet und ist ein großer Fan seiner Firma. Schließlich zahlt sie ihm auch jetzt noch sämtliche medizinischen Behandlungen.
Als besonderes Bonbon für die Deutschen gab es Rootbeer Flush, Rootbeer mit ein bis zwei Kugeln Vanilleeis. Seltsame Sachen haben die hier. Im heißen Sommer sicher eine tolle Erfrischung, allerdings schmeckt mir Rootbier pur besser. Hat zwar alles wenig mit tanzen zu tun, dafür aber viel Amerika-Inside gezeigt. Und getanzt habe ich auch.
Die Rückfahrt ins Hotel war dann auch fast schmerzlos.

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