Noch mehr Aussicht und kurvige Strecken

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17 Mile DriveEs überrascht mich gar nicht, dass wir an diesem Morgen erst anderthalb Stunden nach der Planung auf dem Freeway sind. Die Vorbesprechung hat doch länger gedauert als eigentlich erwartet. Aber wir sind im Urlaub, es ist nicht kritisch, warum also in Stress ausbrechen.
Es ist noch relativ früh am morgen, entsprechend gut kommen wir aus der Stadt raus und sind schnell auf High- und Freeway unterwegs. Die erste Schicht fährt Erhard. Und prompt überkommt ihn auf halber Strecke nach Montery, unserem ersten Tagesziel, seine durch Beamtentum und Buserfahrung an trainierte Vormittagsmüdigkeit. Schade, dann kann ich kein Nickerchen machen, damit ich aufpassen und ihm ggf. ins Lenkrad greifen kann. Was bedauerlicherweise tatsächlich einmal nötig ist.
In Montery, der ersten Hauptstadt Californiens, soll die Cannery Row besonders sehenswert sein. Leider habe ich keinen Schimmer, was an alten Sardineneindosungsfabriken (daher der Name der Straße), die zu einer Freß- und Kaufmeile umgebaut wurden, so aufregend sein soll. Eventuell ist so was ja für Amerikaner (und damit die Autoren der Reiseführer) interessant…
Aber bei all den Fresstempeln findet sich kein zeitplanverträgliches Fastfood, sondern nur „echte“ Restaurants. Ich habe schon Angst, dass mein Mittagessen ausfällt, als ich im letzten Haus vor dem Parkplatz einen Mexicaner erspähe, der seine Burritos außer Haus verkauft. Gut und günstig.
Bevor wir weiterfahren, machen wir zu meiner Beruhigung einen Fahrerwechsel. Werner hat zwar auch noch nie eine Automatik gefahren, dafür bedient er im Gegensatz zu Erhard (der das nach eigener Aussage auch beim Schaltungswagen so macht) die Bremse nicht mit dem Kupplungsfuß.
Weiter geht es über den 17th Mile Drive, einen sehr schönen Straßenabschnitt mit vielen Möglichkeiten für tolle Fotostops.
Der Drive endet in Canary, quasi einer Schwesterstadt von Montery. Während in zweitgenannter die Arbeiter wohnten, lebt hier das Geld. Und das erkennt man auch am Baustil. Hier hat es echte Steinhäuser. Zum Füssevertreten ganz nett, echte Höhepunkte gibt es, um ehrlich zu sein, nicht zu sehen.
Jan und der JeepNachdem ich gesehen habe, wie einfach hier das fahren ist, überkommt mich der (Über-)Mut und ich setzte mich ans Steuer des Jeeps! Cooles Feeling. Männlich :-) Und tatsächlich fährt es sich zunächst ganz angenehm. Wir fahren den Highway 1 ganz locker entlang. Dann wir die Straße kurviger, dafür auch die Aussicht besser. Als die Sonne knapp über dem Horizont steht, hat Domi die spontane Eingebung, dass hier ein idealer Punkt für schön kitschige Sonnenuntergangsbilder wäre. Soweit ganz schön. Nur schade, dass zwischen dem Gedankenblitz und dem Handeln etwa zwei Sekunden liegen und ich keine Chance habe, den Blinker gegen die Sonne zu sehen. Entsprechend rustikal wird mein Fahr- und Bremsmanöver. Dafür entschädigt der Sonnenuntergang wieder für alles.
SonnenuntergangZurück ans Steuer und weiter gefahren. Der tolle Sonnenuntergang hat doch einen Haken. Jetzt ist nämlich die Sonne weg und es wird dunkel. Macht nichts, so weit wird es schon nicht sein, auf der Karte sieht das ganz locker aus. Die Karte enthält aber auch nicht alle Kurven dieser Strecke. Und eben diese Kurven werden immer enger und damit die Geschwindigkeitsbegrenzungen immer restriktiver. Viele Kurven darf man nur mit maximal 20 Meilen anfahren, zwei sogar nur mit 15 MPH. Da mir die Strecke absolut unbekannt ist, die Konsequenzen eines Fahrfehlers aber durchaus bewusst sind, halte ich mich auch an die Begrenzungen. Das hat dann zur Folge, dass Petra mir mit dem Minivan beinahe in den Kofferraum kriecht. Und obendrein sind ihre Scheinwerfer aufgrund der vielen Koffer im Van zu hoch und blenden mich die ganze Zeit. Entsprechend gerädert bin ich, als wir gegen 21 Uhr endlich in unserer heutigen Lodge ankommen. Entsprechend bin ich auch der Meinung, dass ich meinen Dienst an der Gemeinschaft mit dieser Tour erfüllt habe, zumal ich ja eh nur als Reservefahrer eingeplant war. Aber ein erhebendes Fahrgefühl ist es schon gewesen.
Zum Abendessen gibt es heute für mich Grilled Chicken Ceasar Salat (es kann nicht immer Burger sein) und zwei Guinness.

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