Heute ist der freie Tag in San Fran. Und, was tut man, wenn man viel erleben will? Genau – Ausschlafen :-)
Also gondele ich gegen 10 mit Domi los zum Hauptquartier vom AAA, wo man der Legende nach die detailliertesten Karten der USA bekommen soll. Und zwar for free. Wäre ja für SR nicht schlecht, mal einen echten Plan von Seattle zu haben. Und nicht nur von Seattle ;-) Leider hat das Hauptquartier, wo wir es zuerst versuchen, am Samstag geschlossen. Und die kleine Filiale, die wir dann anfahren, hat nur Californien vorrätig. Dafür habe ich auf der Habenseite ausführliche Erfahrungen mit dem öffentlichen Nahverkehr sammeln können.
Nach einer kurzen Verschnaufpause im Hotel geht es auf Tour. Mit der Cable Car gen Chinatown. An der Haltestelle treffen ich ein Ehepaar (aus England, wie sich herausstellt) die von mir wissen wollen, wie man am Besten zum Union Square kommen könnte. Und das Erschreckende: Ich weiß es und kann es flüssig vermitteln. Als Balsam für die Seele gibt es noch ein Lob für mein Englisch und die Frage, wo ich denn herkommen würde, weil ich keinen zuzuordnenden Akzent hätte :-)
Chinatown ist noch überlaufener als sonst. Genau an diesem Wochenende findet irgendein Moon-Festival zum 58ten Bestehen der Volksrepublik China statt. Aber genau so was quirliges habe ich ja erwartet, also kämpfe ich mich wacker durch die Menschenmassen und einige Souvenirläden.
Am Ende von Chinatown angekommen mache ich mich daran, den Berg zum Coit-Tower zu besteigen. Das Ergebnis ist die Mühe nur bedingt wert, da das Wetter etwas grumpig war, dafür war es ein relativ günstiges Vergnügen. Und den Sonnenschein kann man ja mit Gimp machen :-)
Dann die Lombardstreet runter (aber nicht den kurvigen Teil, den habe ich nur aus der Ferne fotografiert) und mit der Cable Car zum Union Square gefahren. Da ich bis zur Übernahme der Mitwagen, zu der ich um 18 Uhr mit Domi und den anderen Fahrern verabredet bin, noch etwas Zeit habe, gehe ich zur Cheesecake Faktory, die sich im obersten Stock von Macy’s befindet. Klarer Fehler. Das ist ein tolles Ziel – finden allerdings auch alle anderen Touristen in San Fran, so dass mit Wartezeiten von über einer Stunde gerechnet wird. Auf einen Tisch, dann ist der Kuchen aber noch nicht da :-) Egal. Gesehen, gelacht, gegangen. Gibt noch mehr hier zu sehen.
Danach geht es zur Autovermietung in der Gearystreet. Dort angekommen, stelle ich aber mit Schrecken fest, dass es hier keine Autovermietung gibt. Da habe ich mir wohl was Falsches gemerkt. Mal schauen, ob ich jemanden finde, der mich mal in seine Gelben Seiten schauen lässt. Tatsächlich finde ich einen netten Shopkeeper, mit dem ich aber auch zusammen nicht fündig werde. Und nun habe ich eine Begegnung der Dritten Art. Ein Schwarzer betritt den Laden. Sieht aus, als wolle er nur die Kasse des Ladens mitnehmen und alle anwesenden Zeugen erschießen. Und auch die Stimme, mit der er zwei Päcken Zigaretten ordert, lässt Assoziationen an den „Schwarzen Mann“ aufkommen. Doch weit gefehlt. Wie er mich da so etwas verzweifelt in den Gelben Seiten wühlen sieht, fragt er (mit der oben genannten Stimme) welche Nummer ich denn suchen würde. Dann zieht er lässig sein Handy, ruft die örtliche Auskunft an und organisiert mir die richtige Adresse. Gleiche Hausnummer, zwei Blöcke weiter nördlich in der Bushstreet. Das klingt, als hätte ich diese Adresse schon mal gehört.
Ich habe also tatsächlich einen gefunden. Nach zwei Wochen habe ich den ersten intelligenten Ami gefunden, der kreativ ist und mitdenkt. Als ich gehe, stand die Kasse auch noch im Laden :-)
In der Autovermietung treffe ich neben den Anderen auch wieder einen typischen Ami. Da Domi gerne alle sieben Fahrer für alle Wagen eintragen lassen möchte, benötigen wir fast anderthalb Stunden, bis wir endlich vom Hof fahren können. Aber das Warten hat sich gelohnt. Wir haben einen Toyota Highlander, einen Cheverolet Uplander und einen dunkelroten Jeep Grand Cherokee. Yeeha.
Nachdem wir die Schüsseln sicher ins Hotel gebracht haben, müssen wir uns schon wieder beeilen. Die anderen sind schon zum Chinesen für das von Domi organisierte Buffet zum Abschied aufgebrochen. Sehr lecker, reichhaltig und günstig. Toll.
Schreibe einen Kommentar