Morgens versagt mal wieder der Weckruf. Zum Glück hat Erhard einen Wecker gestellt, so dass wir einigermaßen gut raus kommen.
Allerdings sorgt dieser fehlende Weckruf dann doch dafür, dass unser Zeitpolster bis zum ersten Highlight auf Null schrumpft. Denn der Zug, mit dem wir heute durch die Redwood Wälder fahren wollen, fährt pünktlich um zehn Uhr. Robert schafft die, in Luftlinie eigentlich recht kurze, aufgrund vieler Serpentinen aber doch lange Strecke in zwei Stunden. Auf den letzten Meilen bremst er nicht mal mehr vor Kurven sondern hupt kräftig. Wir kommen so pünktlich an, dass Domi darum bittet, doch nicht die lokalen technischen Anlagen zu verwenden sondern die im Zug. Und los geht’s.
Die Skunk Train ist eine Diesellok mit zwei Personenwagen, einem offenen Panoramawagen und dem Speisewagen, die gemütlich durch die Redwoodwälder fahren. War die Bahn früher, während die umliegenden Wälder kahlgeschlagen wurden, eine Versorgungs- und Transportbahn, ist sie heute nahezu eine reine Touristenbahn mit einem echten Klischee-Schaffner. Mit roter Weste, schwarzer Schaffnersmütze und weißem Rauschebart erzählt er die Ganze Strecke über jede Menge zu den Redwoods allgemein und der Bahn im besonderen. Daran, dass er das dreimalige Kahlschlagen des hiesigen Gebiets als enorme Errungenschaft darstellt, erkennt man, wem die Bahn (und damit der Schaffner) auch heute noch gehört :-)Und immer noch versorgt die Bahn die wenigen Hütten an der Strecke, die weder mit Strom, fließend Wasser oder Telefon ausgestattet sind.
Auf halber Strecke gibt es einen Picknicstop mit Square Dance Tipp.
Nachmittags gibt es einen Stopp am Leuchtturm von Angels Pointe. Was jemanden dazu bewegen könnte, an der Steilküste auf einen Leuchtturm zu steigen, habe ich (und ein Teil der Anderen) nicht ganz begriffen. Die Aussicht ist doch auch schon von unten spektakulär. Also habe ich mir die Treppen gespart.
Dafür habe ich auf der Rückfahrt vom Leuchtturm den Bus mal in Absprache mit Driss, Domi und Robert anhalten lassen um eine Dose direkt neben der Straße einzusammeln. Andrea, Biggi und Martin stürmen ebenfalls mit aus dem Bus. Da ich diesen Stunt mit dem extra Busstop heute das erste Mal auf der Tour durchziehe, ist es für alle eine große Unterhaltung, man lässt dem Nesthäckchen seinen Spleen und hinterher habe ich jede Menge interessierte Nachfragen zu beantworten.
Die abendliche Unterkunft im Wharftmasters Inn ist echt super. Diesmal haben Domi,Erhard und ich eine Suite für drei. Abends einen Supersonnenuntergang vom Balkon aus und Clam Showder und Fish’n’Chips. Schließlich bin ich jetzt am Wasser, da muss ich nicht ständig Burger in mich rein schieben.
Anschließend gibt es noch eine zünftige Afterparty. Klaus und Sabine geben ihren Hochzeitsumtrunk. Da sie zusammen mit Karl-Heinz und Monika in einem kompletten Haus mit Küche, Ess- und zwei Schlafzimmer untergekommen sind (welch ein Zufall), bietet sich das hier an. Das Badezimmer ist hier so groß dass wir zum Tanzen dahin ausweichen.
Am Ende ist eine 1,5 Liter Plastikflasche Wodka alle und ich fürchte, ich habe zusammen mit Klaus einen nicht unbeträchtlichen Anteil daran.
Schreibe einen Kommentar