Nach Abfahrt und Frühstück ist unser erstes Ziel Redding. Hier werden alle diejenigen ausgeladen, die nicht an der Kajaktour teilnehmen wollen. Nachdem ich gestern schon eine Auszeit hatte, schmeiße ich meine Pläne um und mache bei der Paddelei mit.
Hier treffen wir auch Nancy wieder, die uns einweist und die Tour leitet.
War eine gute Entscheidung, hier mit zu machen. Wir sind nur zu sechst und haben viel von der Tour.
Nachedem wir am Ufer angekommen sind, erfahren wir von den anderen, die inzwischen wieder eingesammelt wurden (und auf hundertachzig sind), dass Redding wohl die schlechtere Wahl war. Sie wurden in Downtown rausgelassen und mussten feststellen, dass sie sich mitten in einem Büroviertel befanden, in dem es weder einen Supermarkt noch was schnelles zu Essen noch Toiletten gab. Braucht man für die Bürohengste ja auch alles nicht. Die sollen hier nur arbeiten. Spätestens seit heute ist der Begriff „Downtown“ für uns ein Synonym für „todlangweilig“.
Aber entsprechend gereizt sind eben die Nichtpaddler. Und damit nicht genug schließt sich nach dieser Vormittagsaktivität die wohl längste Fahrstrecke an, wo wir auf knapp vier Stunden Strecke nicht mal an einer technischen Anlage vorbei kommen. Die Stimmung ist entsprechend und wir versuchen uns mit Witzen und Selbstgesungenem über Wasser zu halten. Wobei genau dieser Faktor „Wasser“ aufgrund der vielen vollen Blasen doch bitte ungenannt bleiben soll :-) Die Lage wird so erst, dass wir irgendwo in den ersten Redwoods, die wir sehen, anhalten und Druck ablassen müssen.
In Garbersville gibt es auf Empfehlung des örtlichen Supermarkts eine rustikale Kneipe. Gut und günstig. Auch wenn Gäste und Bedienung einem Zombiefilm entsprungen zu sein scheinen. Wie übrigens alle Bewohner der Stadt, die ich sehe. Optisch wie geistig. Das ist hier zwar eine Angler- und Outdoor-Hochburg. Aber müssen die alle aussehen (und teilweise riechen) wie Penner? Selbst die Gäste des Hotels.
Im Hotel habe ich zum ersten Mal auf der Tour Internet in der Lobby for free. Das Handy kriege ich zwar nicht ins WLAN, dafür rigge ich am Gäste-PC meinen USB Stick mit einem Thunderbird auf. Damit komme ich auch relativ zügig durch die knapp 800 Mails in meinem Posteingang. Mit dem Senden klappt das leider irgendwie nicht, aber ich bin zu mindestens wieder auf einem halbwegs aktuellen Stand und habe meinen „Schuss“ bekommen.
Und der große Vorteil des Tages? Wir haben den miesesten Tag der Tour wohl hinter uns :-)
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