Anreisetag

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img_2607.JPGHamburg Flughafen – 5:30 Uhr Ortszeit
Ok, ich sitze hier in der Wartezone und bin (natürlich) viel zu früh dran. Macht aber nichts, die haben mich schnell und einfach auf eine frühere Maschine umgebucht. Besser eine Stunde länger in Frankfurt als hier rumzusitzen …
Oh. Boarding. Jetzt geht’s los.
Ach ja, da die hier Geld fürs Wlan haben wollen, spar ich mir das online stellen :-)
Ich sitze im Flieger und habe tatsächlich sowas wie Notausgangssitze. Zumindestens bilde ich mir ein, dass der Sitzabstand hier, neben den Notausstiegsluken, etwas weiter ist.
Frankfurt Flughafen – 10:15 Uhr
Alle Kontrollen erledigt. Der Pass ist schon mächtig abgegriffen. Domi erklärt gerade sein persönliches Bordkartenexperiment. Da die Flugesellschaft die Gruppe ziemlich gewürfelt und auseinander gerissen hat, hat Domi in einer Nachtschicht alle vergeben Plätze neu verteilt. Aber da bin ich ja als Economy Plus Kunde außen vor. Außerdem erzählt Domi gerade von seinem letzten Geburtstag. Besoffen mit allen Vieren ins Lagerfeuer gefallen. Und dann im Brausebrand nicht den Norarzt gerufen sondern erst mal ins Bett gegangen und aufgrund der Schockwirkung nicht einschlafen können. Die Narben an Händen und Knien sehen entsprechend aus. Und ich dachte, irgendwann kommt man mal aus dem Alter raus ;-)
img_2615.JPGWashington Flughafen – 15:35 Uhr Ortszeit
Sind gut angekommen und gelandet. Aus irgendeinem obskuren Grund müssen wir hier unsere Koffer einsammeln und selber über die Zollgrenze tragen. Aber wir tun ja brav, was die Amis von uns verlangen – schließlich wollen wir ja rein. Und dann ziehen die mich am Zoll raus. Was ich denn hier will, was ich arbeite, wie viel Geld ich dabei habe und wo meine Eltern her kommen. Bei der Antwort „Nienstedt“ erhalte ich ein wissendes Nicken. Kennt die Dame vom Zoll natürlich. Nach ungefähr fünf Minuten gemütlicher Plauderei stempelt die Dame irgendein Formular ab (nicht dass ich das als Andenken bekäme, die sammelt sie wohl selber) und ich kann meine Koffer wieder aufgeben.
Nach dem langen Flug und dem recht kargen Essen (war eigentlich geschmacklich gar nicht so schlecht) beschließen wir, erst mal echtes, amerikanisches Essen (sprich: Junk Food) einzufahren. Da wir aus einer zivilisierten Ecke der Welt kommen und McD, BK und das Sandwich aus der Untergrundbahn schon kennen, suchen wir nach was „Neuem“. Dabei läuft uns eine Mutter mit ihrem Kinderwagen (so einer, wo die Kinder nur drin liegen) über den Weg. Und ich bin etwas irritiert, als ich Stimmen aus dem Wagen höre. Am Fußende des Kindes schaut (als Technikfreak erkennt man sowas) die Ecke eines mobile DVD-Spielers aus dem Kinderwagen. Sollte die Mutter, während Sie mit ihrem Kind durch die Gegend schiebt, tatsächlich einen Film gucken anstatt auf das Kind ud die Umwelt zu achten. Verwerflich. Und dann schaue ich genauer hin – der Monitor zeigt in die andere Richtung. Das Kind, bestimmt noch kein Jahr alt, schuat gebannt auf die Flimmerkiste und wird mit einem Film ruhig gehalten. Bevor ich auch nur den Hauch von Galle schmecke, die in meinem Magen kocht, kommt der alte Spruch wieder hoch: „Andere Länder, andere Sitten“.
Um den Magen wieder zu beruhigen, wird nun erst mal Fast Food eingefahren. Stuffed Pizza bei Villa mit Doc Pepper für nur 6.45$. Rootbeer ist leider aus :-(
Im Fernsehen haben sie bei CNN gerade live aus Frankfurt berichtet. Da aber kein Ton an ist, bekomme ich nicht mit, was passiert ist. Memo an mich selber: ich brauche noch meine Dosis Nachrichten.
Um 17:50 geht es weiter nach Phoenix. Ich weiß noch nicht, ob ich mit dem Fensterplatz, den ich bekomme habe, glücklich werde. Oh mein Gott. Mini-Mouse ist Flugbegleiterin. Ich erkenne ihre Stimme.
Den Flug bekomme ich dann doch nur im Dämmerzustand mit, weil mein Körper beschlossen hat, dass nun aber mal genug ist mit dem staunend-durch-die-Gegend-rennen und mich eindösen lässt. Das ist zum Einen schade, da ich so dem Handlungsfaden von „Oceans thirteen“ nicht folgen, zum Anderen unbequem, weil ich mich im Flugzeug nicht entspannen kann (mangels Routine) zum Dritten aber gut, weil ich so meine ersten Eindrücke in Phoenix in einem einigermaßen wachen Zusand bekomme. Und es sind verdammt warme Eindrücke, die zudem noch zwischen den Zähnen knirschen. Über Phoenix fegt gerade ein Sandsturm hinweg. Und ich muss sagen, auch wenn ich die Hitze nicht gut finde, kann ich sie besser ertrage als in Deutschland. Ist einfach trockener.
Und das Nickerchen im Flugzeug ermöglicht es mir, trotz dass der Kopf ins Bett möchte, noch mit einigen anderen in den zum Hotel gehörenden Pub zu gehen. Da es aber schon nach Mitternacht ist, gehört das zum 2. Tag.

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