Kategorie: Utah

  • Viva Las Vegas

    Strip by NightDer Weckruf hat mal wieder nicht funktioniert. Und diesmal lag es definitv nicht am Hefeweizen, die anderen haben es auch zu spüren bekommen.
    Der erste Stop nach einem sehr schwachen Frühstück ist der Tempel der LDS-Church. Wir bekommen sogar (welch Überraschung :-)) einen kurzen Überblick über die LDS. Sie missionieren erstaunlich wenig. Der einzige Hinweis ist, dass wenn wir ein Book of Mormon haben möchten, dann mögen wir doch bitte unsere Adresse angeben. Wir würden dann ein kostenloses Exemplar im Rahmen eines persönlichen Besuchs überreicht bekommen. Klar – wie im wahren Leben. Wenn du am Gewinnspiel teilnehmen möchtest, brauchen wir deine Adresse. An sich also ganz harmlos. Wenn der Typ nicht am Rande den Alleinstellungsanspruch der Kirche erwähnen würde.
    Weiter geht’s durch Arizona nach Nevada. Tolle Landschaft, die es hier zu sehen gibt.
    Das MGM Grand, in dem wir heute und morgen unter kommen ist eine riesige Glitzerbettenburg unter anderen riesigen Glitzerbettenburgen. Allerdings bekommen wir vorerst nur den Haupteingang davon zu sehen. Denn nachdem die Koffer ausgeladen worden sind (die wir nicht mitnehmen dürfen) fahren wir noch einmal aus der Stadt raus zum Hoover Staudamm. Riesig – imposant – und natürlich nicht auf einen Chip zu bannen.
    Abends ist selbstverständlich der Las Vegas Blvg., besser bekannt als der Strip, Pflichtprogramm. Es ist nicht möglich, diese Glitzerwelt in Worte zu fassen. Noch schwerer tut sich meine Kamera damit, dieses bunte Leuchten einzufangen. Mit Blitz werden die Bilder zu dunkel, ohne verwackeln sie. Ich habe viel Gelegenheit, mit der Kamera in dunklen Ecken zu üben, unverwackelte gute Nachtfotos zu schießen. Und tatsächlich ist der 256 MB Chip, den ich als Sicherheit während des Las Vegas Aufenthalts eingelegt habe, am Ende halb voll mit akzeptablem Material. Ich vertraue dennoch darauf, ggf. einige Bilder von Martin zu bekommen.
    Biggi, Andrea und Martin wollen unbedingt im New York, New York mit der Achterbahn fahren, ich halte mich da vornehm zurück, was weniger an Feigheit sondern am Geiz liegt. Die wollen für ein Fahrt 12,50 Dollar haben. Da ich morgen wohl noch in die Star Trek Show im Hilton will und weiß, was die kostet, will ich mein Budget ein wenig beisammen halten. Und während Biggi schon mit schlotternden Knien in die Bahn einsteigt (und das wohl auch zu recht) soll sogar Andrea während der Tour immer wieder gerufen haben „Das hier doch ganz anders als im Heidepark“.
    Mein Fazit zu Las Vegas ist, dass es nett, aber nicht so großartig ist, wie es immer berichtet wird. Liegt wohl an zweierlei Dingen. Zum einen gibt es inzwischen in allen größeren Städten Leuchtreklamen, zum anderen haben wir das, was die hier aufgebaut haben, entweder direkt vor der Tür (Venician) oder ausführlich im Geschichtsunterricht behandelt (Excalibur, Luxor und Ceasars Palace). Und die Casinos sehen eh alle gleich aus. Entsprechend kann ich nach drei Stunden oder so mit Fug und Recht behaupten, dass ich keine echte Lust mehr habe und irgendwie ins Bett möchte. Aber wir müssen ja noch die ganze Strecke zurück zum Hotel :-)
    VenicianUnd dann sind da jetzt auch die Shows, die wir auf dem Hinweg nicht angesehen haben, weil es noch hell war. Im Treasure Island bekommen wir, nachdem ich mit meinem Zimmerschlüssel gewunken habe, VIP-Plätze. Leider wird die Show, die mich am meisten interessiert hat, wegen Starkwind abgesagt. Dann weiter ins Venician, wo die Mädels Gondel fahren und die Jungs Eis essen. Ich glaube, im nachhinein hat mich das Venician am meisten beeindruckt. Nicht wegen Prunk und Glamour, den gibt es in Sin City an jeder Ecke. Sondern wegen der perfekten Illusion. Die haben innerhalb den Hotels eine komplette Stadt im venizianischen Stil nachgebaut. Inklusive einem Canele, auf dem Gondeln fuhren. Und obwohl es draußen dunkel war, war hier drin tag. Nicht einfach nur taghell erleuchtet sondern mit einem Himmel, bei dem man den Eindruck hatte, die Wolken würden im Wind dahinziehen. Da springt die innere Uhr dann endgültig aus der Spur. Gottseidank haben die Illusionisten auf die Tauben verzichtet :-)
    Der Vulkanausbruch am Mirage ist mehr als enttäuschend, die Wassershow am Bellagio dafür sehr schön und wird wegen des großen Erfolgs auch gleich noch mal wiederholt :-) Viva Las Vegas von Elvis, sehr dynamisch. Im Nachhinein habe ich ein Video von der Show bei YouTube gefunden, dass ich nicht verlieren möchte und deshalb hier verlinke. Da der Weg am Bellagio länger ist als die verbleibenden 7 Minuten zur vollen Viertelstunde, bekommen wir noch eine dritte Show mit einem neuen Lied geliefert. In diesem Fall gab es God bless America. Recht patriotisch, aber dafür sind wir ja auch hier. Und auch ziemlich gut umgesetzt.
    Auf dem Rest des Wege dann den penetranten Drückern ausgewichen (Girls, Girls, Girls), Souveniers und ein Sixpack Absackerbier (für drei Leute) gekauft und dann zur Viererafterparty in Hotel getigert (müsste man beim MGM Grand nicht von gelöwt sprechen). Ach ja. Günstige (aber nicht billige) T-Shirts und ein Hemd sind auch in meiner Tasche gelandet. Das Casino Royale hat Ausverkauf gemacht und alles zwischen 5 und 10 Dollar rausgehauen. Da wäre es dumm gewesen, nicht zuzuschlagen. Viva Las Vegas!

  • Bryce Canyon und Red Canyon

    Fairyland CanyonRuby’s Inn
    Heute gab es zum Frühstück Rührei mit Schinken und Arme Ritter (oder so) mit Ahornsirup. Ein echter Gaumenschmauß. Leider konnte ich ihn nicht in Ruhe geniessen. Unsere Fanatiker haben herausgefunden, dass einige Angestellte des Trading Post Square Dance können. Und so musste natürlich ein Ruby’s Inn Shop Tipp gemacht werden. Schon beim ersten Swing fielen die Waren vom Verkaufsständer :-)
    Danach habe ich mal meine Telefonkarte ausprobiert und zumindestens zu Hause Bescheid gesagt, dass ich gut gelandet bin.
    Unser erstes Ziel des Tages war dann der Bryce Canyon. Hin, Fotostop, Tanzen am Viewpoint, rein in den Bus. Wo ist Jan? Der meinte, dass er noch ein ganz spezielles Bild braucht, dass 300 Meter vom Viewpoint weg ist. Und nun kämpft er sich gerade bergauf und versucht bei 2400 Höhenmetern die Lunge im Hals zu behalten.
    „Hier ist das Visitor Center vom Red Canyon. Hier machen wir 20 Minuten Pause.“ Und? Was gibt hier zu sehen? Erst kurz bevor wir weiterfahren wollen, kommt der Hinweiß, dass hier „Salt and Pepper“ stehen, eine Felsformation, von der Ulrike schon seit drei Tagen spricht. Man – kann die das nicht früher sagen? Also rein in den Bus und die Kamera geholt. Von Tony, unserem mitreisenden Neuseeländer, kommt die Idee eines Gruppenfotos. Und keine Sekunde zu früh. Schien beim Foto die Sonne mit voller Kraft, fängt es, kaum dass wir wieder im Bus sitzen, an zu regnen. Der erste echte Schauer seit wir in den U.S. sind.
    Another Trading Post – another voucher (10 % off). Diesmal heißt die Provisionsfabrik des Busfahrers „White Mountain Trading Post“.
    Gegen acht Uhr kommen wir im Hotel in St. George an. Ramada Inn im Gewerbegebiet. Der von Ulrike in höchsten Tönen beworbene Outlet-Store hat natürlich schon zu. Schließlich sind wir hier in Mormonen-Land und es ist Sonntag.
    Zum Abendessen haben haben wir die Wahl zwischen Steakhouse, Burger und Red Lobster. Domi hat einen animalische Drang nach Fleisch und lässt sich ein 16 oz. Steak servieren. Biggi, Erhard, Geli und ich wollen Seafood und landen bei Red Lobster. Hier gibt es Shrimp all-you-can-eat für 15.99. Man lebt nur einmal. Yum-yum. Und sie haben Hefeweizen – oder was die hier dafür halten.
    Als ich beim rausgehen nach einer Visitenkarten fürs Photoalbum suche und frage, stellt die Dame mit entsetzen fest, dass keine mehr da sind und drückt mir kurzerhand zwei Speisekarten in die Hand.
    Danach machen die anderen drei noch ihre erste Cacheerfahrung mit einer ziemlich durchgeweichten Dose.

  • Flucht nach Mexico und Ruby’s Inn

    Antelope CanyonCameron
    Nachdem ich schon vor dem Frühstück den dritten Cache der Tour gemacht habe, habe ich meine 200 voll. Jeder weitere ist jetzt Bonus. Also spare ich mir im folgenden einen Großteil der Cachebezogenen Infos, die sonst wohl auch dem geneigtesten Leser überdrüssig werden würden.
    Das Frühstück kam so schnell (bevor ich richtig saß), dass ich gar nicht fragen konnte, ob ich das Hash Brown gegen Pancakes tauschen kann. Egal, man kann nicht alles haben. Dafür bin ich heute richtig gut drauf. Was neun Stunden Schlaf alles bewirken können :-)
    Kurz vor der Abfahrt noch eine Shopping-Einlage und den Hut, den ich gestern schon ausgesucht hatte, an Domi zwecks Mengenrabatt weiter gegeben. Das Domi allerdings für das Vorzeigen seiner Tourguidecard einen Specialdiscount bekommt, hat uns beide angenehm überrascht.
    Inzwischen fahren wir durch Navajo-Land und Ulrike pumpt uns mit unzusammenhängenden Fakten voll. Aber mit der Zeit lernt man, sie auszublenden und die Landschaft des Vor-Grand-Canyon-Landes zu genießen.
    Gegen 10 Uhr sind wir in Page. Da unser Programm erst in 45 Minuten weiter geht und der Bus zweihundert Meter neben einer Markierung auf meinem GPS hält, nutze ich die Gelegenheit und zeige Domi mal, wie das mit dem Geocachen funktioniert (ich sagte, ich blende den Großteil der Infos aus, nicht alles :-)). Domi ist begeistert und ich sehe, wie sein Kopf arbeitet um neue Marktbereiche zu erschließen. Ziel erreicht :-)
    Danach brechen wir mit extrem hochgelegten Pickups, auf deren Lagefläche 14 Leute passen (man könnte meinen, wir wollten aus Mexico fliehen), auf zum Antalope Canyon. Hier kann man extrem schöne Bilder machen. Unsere hiesige Führerin (wir haben eine Gruppe gebildet, die keine Übersetzung braucht) ist grossartig. Da sie üblicherweise die Photograpy Tour führt, die doppelt so viel kostet, weiß sie ganz genau, wo man richtig gute Bilder machen kann. Und sie scheut sich auch nicht, sich von Touris Kameras geben zu lassen um wirklich gute Bilder zu machen.
    Für die Rückfahrt nutze ich die Gelegenheit und fahre vorne im Pickup mit. Ein ganz anderes Fahrgefühl. That´s entertainment.
    Auf der Weiterfahrt gibt es einen Fotostop beim Glen Canyon Staudamm. Da im Laufe der Tour aber noch der Hoover Damm auf dem Programm steht, gibt es wirklich nur einen Fünf-Minuten-Stop.
    Um 14:30 Uhr verlieren wir plötzlich eine Stunde. An der Staatsgrenze nach Utah verläuft die Zeitzonengrenze.
    Petra hat angemerkt, dass die Zeitzonengrenze nicht zwischen Arizona und Utah sondern zwischen Utah und Nevada verläuft. Domi würde dem nach Karten- und Faktenlage zustimmen. Ulrike nicht. Wir warten mal bis zur nächsten öffentlichen Uhr. Die Einheimischen sollten wissen, wie spät es ist.
    In Kahab habe ich dann doch mal in die Square Dance Ausrüstung investiert. Ein Bolotie für 24 Dollar ist echt günstig. Also in Zukunft nicht mehr am Bolo-Ständer an der Kasse schauen (hier liegen die Preise zwischen 50 und 350 Dollar) sondern eher etwas abseits bei den Pins :-) Zu Ulrikes Ehrenrettung (auch wenn es nicht viel hilft) muss ich noch gestehen, dass ihre Uhrzeit stimmt.
    Ruby’s InnIch kann nicht ganz glauben, dass unser Rubys Inn das selbe ist, in dem meine Eltern damals getanzt haben. Irgendwie ist das ein Riesenkomplex, der zudem noch recht neu zu sein scheint.
    Aber hier habe ich nach dem Abendessen wenigstens mal die Gelegenheit, ins Internet zu springen. Für 50 Cent die Minuten :-(
    Afterparty dann bei Klaus und Sabine im Zimmer, weil über Domis Zimmer der Busfahrer schläft. Und dessen Schlaf ist uns wichtiger als Petras, die direkt neben Sabine und Klaus wohnt.